Pfarre

Pfarrer Mag. Jan PLATA
4725 St. Aegidi 3
Tel. 07717/7306
E-mail: pfarre.staegidi@dioezese-linz.at
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Gottesdienstzeiten:
Sonntag: 9 Uhr 30
Samstag: Vorabendmesse 19 Uhr 30
Mittwoch 8 Uhr 30

Entwicklung der Pfarre

Seelsorglich waren die Patres des Stiftes Engelszell für die Bewohner der Niederkeßla zuständig. Auf dem Gebiet der heutigen Pfarre St. Aegidi waren dies die Filialkirchen St. Gilgen (St. Aegidi) und St. Pankraz. Letztere wurde – wie schon erwähnt – immer wieder bevorzugt, und ab 1302 wurde dieser Ort urkundlich öfter erwähnt. Nach St. Aegidi kamen die Patres nur an Sonn- und Feiertagen. Erst später wurden Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen durchgeführt. Die alte, wahrscheinlich baufällige Holzkirche wurde im Jahre 1550 abgetragen, und an ihre Stelle das heute noch bestehende Presbyterium im gotischen Still aus Stein errichtet. 1614 wurde die Kirche weiter vergrößert und renoviert. Während des Bauernaufstandes 1626 wurden die Kirchen in St. Aegidi und St. Pankraz vollkommen ausgeraubt.

Der heutige Kirchturm seit 1869

Abt Hyronimus (1631-1637) von Engelhartszell ließ die Kirche von St. Aegidi wiederherstellen und neu einrichten. Abt. Nivard (1654-1683) gestaltete die damals gotische Kirche im barocken Still aus. Die Matrikelbücher der Pfarre beginnen mit dem 1. Jänner 1690. In den Jahren 1758 – 1760 hat sich die Pfarrgemeinde eifrig – aber vergeblich – bemüht, einen ständigen Seelsorger zu bekommen. Die Engelszeller Patres dürften mit ihrem Dienst in St. Aegidi keine allzu große Freude gehabt haben. Allein von 1690 bis 1786 waren 27 verschiedene Patres mit dem Seelsorgedienst in St. Aegidi betraut. 1786 wurde St. Aegidi eine eigene Pfarre.

Im Jahr 1780 musste der schadhafte Holzturm der Kirche abgetragen werden. Erst 1839 kam man dazu, einen neuen Kirchturm zu bauen. Bis dahin hingen die Kirchenglocken unter dem Kirchendach. 1869 bekam der Kirchenturm seine jetzige Turmkuppel.

Plan des Kirchturmes von 1839

Pankrazkirche/-kapelle

Im alten Gebiet der Niederkeßla der heutigen Gemeinde St. Aegidi wird noch viel von der Pankrazkirche gesprochen. Ihre Entstehung mag bis ins Jahr 1000 zurückgehen. Als 1293 Engelszell gegründet wurde, existierte St. Pankraz schon. Wer St. Pankraz erbaut haben mag, sagt uns wohl der Name: sicher eines der umliegenden Rittergeschlechter, da die Adeligen den hl. Pankrazius zu ihrem Patron erwählt hatten.

Ab 1302 wird die St. Pankrazkirche des öfteren in Urkunden erwähnt. In dieser Zeit war sie schon eine beachtenswerte Kirche.
Ab 1446 wurde St. Pankraz immer bekannter. 20 der umliegenden Pfarreien waren für diese Kirche eingenommen. Viele Gläubige pilgerten hierher, weil hier Reliquien des hl. Pankraz übertragen worden waren. Von Jahr zu Jahr sollen Gebetserhörungen in Verbindung mit der heute noch bestehenden Wasserquelle in der Kapelle gewesen sein. Abt Pankrazius v. Engelszell ging 1550 daran, seinem Namenspatron eine größere Stätte zu erbauen.

Leider ist bis heute nirgends ein Bild von dieser Kirche zu finden, trotzdem weiß man, wie sie beschaffen war; bis vor 50 Jahren waren die Fundamente der Kirche noch zu sehen. Die Kirche war ungefähr 20 m lang und 10 m breit. Kamen Festtage heran, war die Kirche regelmäßig zu klein. Der Prediger musste aus der Kirche, um allen das Wort Gottes verkünden zu können. Ein ganz besonderer Feiertag war immer der Sonntag nach Peter und Paul.
Der Chronist schreibt, dass alljährlich an diesem Sonntag bis zu 3000 Pferde zusammenkamen und zum Trunk an die Quelle geführt wurden. Soviel man Wasser bekommen konnte, wurde nach Hause getragen. Andere Aufschreibungen erzählen, dass die Augen der Pferde mit dem Quellwasser gewaschen wurden, und dann ein dreimaliger Ritt um die Kirche stattfand. Wieder andere Vorstellungen lauten, dass die Pferde sogar in die Kirche hineingeritten wurden und vor dem Pankrazaltar geweihten Hafer fressen mussten, um so das ganze Jahr gesund zu bleiben.

1626 hatte die Kirche unter den Bauernkriegen schwer zu leiden. Der Engelszeller Abt Hyronimus ließ die Kirche gründlich herrichten und stellte einen neuen Altar auf, der den 14 Nothelfern geweiht war. Im Engelszeller Urbar 1662 liest man, dass die Kirche jährlich viel Opfergeld abwarf, weshalb sie ein bedeutendes Vermögen hatte. Wenn Hochbetrieb war, entwickelte sich bei der Kirche ein Jahrmarkttreiben; Passau und Engelszell stritten sich oft um die reichen Erträgnisse der Standgelder. Eine schlimme Seite zeigte der Ausschank beim Kirchenwirt in St. Aegidi, denn es wurde meist noch schwer weitergezecht.

1784 musste die Wallfahrtskirche geschlossen werden (Kaiser Josef II) und wurde 1789 zum Abbruch frei gegeben. Wohin die Reliquie des hl. Pankraz kam, ist nicht zu ermitteln.

1877 konnte eine neu errichtete Kapelle eingeweiht werden.

Die altehrwürdige Pankrazkapelle mit der besagten Wasserquelle wird von der Bevölkerung nach wie vor in hohen Ehren gehalten. Dieses Engagement sieht man auch an den Bildern der Sanierungsarbeitern.

Im Jahr 2006 fand der Dekanatswandertag statt: